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Herzliche Atmosphäre

Final Elimination / Fabian Nr. 38

Vuvuzelas verhelfen zu Top-Ten-Rangierung

Bilder von der Reise nach Ungarn (klick hier)
Video von Tatjana im 5000m-Eliminations-Final (klick hier)

Tatabánya zählt rund 70500 Einwohner und liegt im Nordwesten Ungarns. Die Stadt liegt 52 km westlich von Budapest und ist als Verkehrsknotenpunkt über die Autobahn (Europastrassen E 60) von Wien in 90 Minuten zu erreichen. Wir haben uns ins „Ungewisse“ gestürzt, einen Flug gebucht und sind am Freitag nach Wien gereist. Dort angekommen sind wir mit dem Mietauto zur Inline-Bahn gefahren, die in neben dem Fussballstadion liegt. Der erste Eindruck lässt sich nicht gerade mit der Anlage von Geisingen vergleichen. Inmitten einer Wiese wurde eine Beton-Asphaltpiste gebaut, die den Anschein von Anstiegen auf der Gegengeraden und Abfahrten auf der Zielgerade vermittelte. Auch machte der sehr starke Wind den Athleten sehr zu schaffen und insbesondere bei den Sprintrennen dürfte wohl der eine oder andere Windstoss mitentschieden haben. Auf den zweiten Blick wurde aber die Herzlichkeit der Organisatoren und der Teilnehmenden spürbar. Es gab noch keinen Anlass, bei dem so viele kleine Geschenke ausgetauscht wurden. Damit begonnen haben die vielen Nachwuchs-Skater, die Unterschriften auf Papier, Helmen oder Dresses gesammelt haben. Auf einmal ist ein richtiges Fieber ausgebrochen und jeder wollte von jedem eine Unterschrift. Begehrt waren da auch die Autogramme der Schweizer. Für Stimmung sorgte vor allem die sympathische Mannschaft aus Südafrika, die mit Ihren Vuvuzelas eine einmalige Geräuschkulisse hinzauberte. Nicht nur auf diesen Blasinstrumenten waren die in Blau / Gelb gekleideten Sportler eine Klasse für sich. Technisch einwandfrei und mit grossem Kämpferherz brachten diese geschätzten Speedskater Spannung in das Renngeschehen und die Anfeuerungsrufe waren deren Seite. Rückblickend darf von einem grossartigen Anlass gesprochen werden. Die Rennen wurden im Übrigen live und vollständig im Internet übertragen. So bekamen die zu Hause gebliebenen auch einen Eindruck darüber, wie hochstehend die Rennen waren. Denn nicht nur eine Handvoll Schweizer hat sich nach Tatabánya verirrt, sondern auch Ausnahmeathleten wie Cecilia Baena (mehrfache Weltmeisterin, Tochter eines Sportjournalisten und engagierte Persönlichkeit für UNICEF), Kalon Dobbin (mehrfacher Weltmeister und Nationaltrainer der Schweiz) und Scott Arlidge (mehrfacher Weltmeister und Sportinstruktor von Geisingen). Letzterer war leider in einen fürchterlichen Massensturz verwickelt, was ihn aufgrund der Verletzungen zu einer frühzeitigen Heimreise zwang.

Fabian und Tatjana bestritten in Tatabánya sozusagen die Hauptprobe zur EM 2011, die in Italien stattfindet. Und beide zeigten vor allem am Sonntag beeindruckende Rennen. Im 5000m Eliminationslauf setzte sich Fabian bis zum Schluss gegen hartnäckige Konkurrenten durch und verpasste als Fünfter im Sprint nur um Rollenbreiten einen „Podestplatz“. Er zeigte im ganzen Rennverlauf eine aktive Renngestaltung, was ihm auch den nötigen Respekt einbrachte. Vor allem aber konnte er sich vergewissern, mit den Sprintern auch in die Schlussrunde einsteigen zu können. Über die Langdistanz (5000m Elimination und 3000m Punkte) resultierte schlussendlich der sehr gute 4. Schlussrang bei den Junioren B. Auch Tatjana war aktiv in ihrem 5000m Eliminationslauf. In diesem „Fight“ ging es gar härter zur Sache, als bei Jungs. Da wurden schon mal die Ellenbogen ausgefahren oder gar die Knie der Gegnerinnen gehalten. Nicht verwunderlich, dass dabei eine Widersacherin zu Fall kam. Die Bahn mit ihren speziellen Kurvenlagen erforderte vor allem ein „Innenbleiben“, was Tatjana jeweils geschickt ausgenutzt hat. Auf der Zielgeraden zog sie von innen den Spurt an und konnte sich so Runde um Runge vor dem Ausscheiden retten. Als 9. von knapp 30 startenden Mädchen blieb sie dann doch hängen. Dies im Wissen, dass die Älteren in ihrer Kategorie kaum zu schlagen gewesen wären. Mit dieser Top-Ten-Rangierung hat sie aber Kämpferherz bewiesen und gezeigt, dass man auch in einem gut besetzten Feld ins erste Drittel fahren kann.

Alles in allem ging ein anstrengendes (weite Reise, frühes Aufstehen für Hin- und Rückfahrt) zu Ende. Es hat sich aber gelohnt. Nicht nur wegen den sportlich zufriedenstellenden Ergebnissen. Vor allem weil neue Freundschaften neben dem Rennplatz geschlossen werden konnten. Fabian ist gar stolz, einen Pin aus Südafrika geschenkt bekommen zu haben. Tatabánya hat es vorgelebt. Die Skater sind eine grosse Familie mit Herz. Dem Veranstalter wollen wir deshalb einen Dank aussprechen. Der Rennverlauf war straff und gut organisiert (mit wenigen Unterbrüchen wegen ein paar Regentropfen). Die Verpflegung vor Ort war bekömmlich und sportlergerecht. Die Oberschiedsrichterin hat einmal mehr überzeugt. Und die Mischung an Teilnehmenden hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Klänge der Vuvuzelas bleiben noch lange in Erinnerung.

Föteli vom Anlass

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